vernetztes Denken

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… berücksichtigt mehr als einfache Ursache-Wirkungs-Beziehungen.
 
Vernetztes Denken erkennt und nutzt multikausale Zusammenhänge. Es umfasst folgende Fähigkeiten:
 
• indirekte Wirkungen zu erkennen und zu beurteilen
• Rückwirkungen auf die Ursache (Feedback Loops) zu erkennen
• Netze von Wirkungsbeziehungen aufbauen und zu verstehen
• Aufbau und Nützen sozialer Netzwerke und Erkennen der in ihnen wirksamen Dynamik
 
 
Systemisches Denken ist die Fähigkeit, Beziehungen und Einflüsse zwischen den relevanten Akteuren und Handlungen in einem komplexen System wahrzunehmen. Dies setzt voraus, dass Handlungen nicht nur im Rahmen einfacher Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge und statischer Status-Analysen bewertet werden, sondern dass die Eigendynamik des Systems (Interdependenzphänomene... sind Auswirkungen, welche durch die gegenseitige oder wechselseitige Abhängigkeit zweier oder mehrerer Personen, Gruppen, Teams oder Organisationen entstehen können. Das bedeutet, dass das Verhalten von Person A Einfluss auf das Verhalten von B nimmt - letzteres hat wiederum eine Rückwirkung auf A.
 
In der Wirtschaftstheorie spricht man von „Interdependenz", wenn Interaktionen wechselseitig Kosten verursachen können.
Durch unterschiedliche Verteilung von Macht und Anerkennung entstehen Interdependenzen zwischen Personen und Gruppen.
 
Auch eine gemeinsam und einvernehmlich beschlossene Aufteilung von Aufgaben erzeugt entsprechende Verantwortungsbereiche und bewirkt Interdependenz zwischen diesen Bereichen in Hinsicht auf die Gesamtaufgabe.
Interdependenzen treten in Beziehungen zwischen Menschen in jeder Situation auf. Ein Ehepaar versucht gemeinsam durch das Leben zu gehen (=gemeinsame Aufgabe) oder die Abteilungen eines Unternehmens müssen ihre Interdependenzen beachten, um ein kundenorientiertes Produkt anbieten zu können.
 
 
Beispiele für Interdependenzphänomene
 

• in zwischenmenschlichen Beziehungen
Interdependenz existiert in einer Beziehungsform, wenn das Verhalten eines Partners das des anderen bedingt und umgekehrt.
 
„Jedermann weiß, was es bedeutet, wenn ein Ding von einem anderen abhängt. Wenn aber dieses andere, zweite Ding im selben Maße vom ersten abhängt, so nennt man diese Beziehungsform interdependent." (Paul Watzlawick)
 
In seinem Buch „Wie wirklich ist die Wirklichkeit" versucht Paul Watzlawick seine Definition durch das Gefangenendilemma zu verdeutlichen.
 
Menschliche Situationen, die die Struktur des Gefangenendilemmas aufweisen, treten überall dort auf, wo Menschen sich in einem Zustand der Desinformation befinden, aber eine gemeinsame Entscheidung treffen müssen, wobei ihnen die Möglichkeit zur direkten Kommunikation fehlt.
 
Es gibt zwei mögliche Gründe dafür:
• Mangel an gegenseitigem Vertrauen
• physische Unmöglichkeit zu kommunizieren
 
In wirklichen Lebenslagen reicht das Fehlen einer dieser Faktoren, um dieses Dilemma herbeizuführen.
 
Interdependente Entscheidungen haben nur Aussicht auf Erfolg, wenn sie auf der Basis einer von beiden Partnern geteilten Wirklichkeitsauffassung beruhen, deren minimale Übereinkunft darin besteht, die Wirklichkeit nicht in einer zeitlich-kausalen Weise zu sehen. Das ist nur in raum- und zeitbegrenzten Abläufen möglich.
 
 
• in Unternehmen
Die komplexen Aufgaben von Industrie- und Dienstleistungsunternehmen erfordern eine gut durchdachte Aufgabenteilung. Dabei sind, neben der reinen effizienten Leistungserstellung, der Einsatz effizienter Informationsinstrumente, die Beachtung kultureller Gegebenheiten in verschiedenen Teilen unserer Erde sowie Umweltziele eine große Herausforderung.
 
Aufgrund der komplexen Interdependenzen die durch die Aufgabenteilung in international tätigen Unternehmen auftreten ist die Unternehmensführung besonders auf professionelle Steuerungs- und Koordinationsinstrumente angewiesen. Diese sollen alle Unternehmensteile auf das Unternehmensziel ausrichten.
 
• in der Politik
Interdependenztheoretische Ansätze spielen in der Politikwissenschaft eine große Rolle. Jeden Tag verlässt man sich auf viele Menschen, die rund um den Globus verteilt sind. Obwohl unbekannt, beliefern sie uns mit allen wünschenswerten Gütern. Dieses Zusammenspiel ist nur möglich, weil alle miteinander in einer Handlungsbeziehung stehen, die man als Interdependenz bezeichnet. Die Waren- oder Dienstleistungsversorger werden weder von einer Regierung dazu veranlasst, noch sind sie großzügige Spender. Sie handeln nur so weil sie dafür etwas bekommen. Es bedarf eines Koordinationssystems der wirtschaftlichen Prozesse, das dies aufeinander abstimmt. Es gibt vier Merkmale bzw. Dimensionen von Interdependenz:
1. symmetrische - asymmetrische Interdependenz
2. Interdependenz-Empfindlichkeit (sensitivity)
3. Interdependenz-Verwundbarkeit (vulnerability)
4. horizontale - vertikale Interdependenz
Die Begriffe Interdependenz-Verwundbarkeit bzw. -Empfindlichkeit beziehen sich auf einen jeweils unterschiedlichen Grad von Betroffenheit im Sinne entstehenden Kosten, die bei Abbruch oder Störung einer grenzüberschreitenden Interaktion entstehen.
 
Im Falle von Interdependenz-Empfindlichkeit können die entstehenden Kosten durch eine Veränderung der Politik verarbeitet bzw. reduziert werden. Im Falle von Interdependenz-Verwundbarkeit können Kosten auch durch eine Politikveränderung nicht reduziert werden.
 
Beispiel: Unterschiedliche Auswirkungen der Ölkrise von 1973 auf Europa und Japan einerseits und die USA andererseits.

Arten von Interdependenzen
 

• Sachinterdependenzen
• Verhaltensinterdependenzen
• konkurrierende Interdependenzen: die optimalen Alternativen zweier Entscheider A und B sind nicht gleichzeitig realisierbar
• sich fördernde Interdependenzen: die Entscheidung von A für beste eigene Alternative fördert die beste Alternative von Person B
• gepoolte Interdependenzen: mehrere Organisationseinheiten benutzen die gleiche begrenzte Ressourcenmenge
• sequentielle Interdependenzen: Organisationseinheiten benutzen den vorhergehenden Output als ihren Input
• reziproke Interdependenzen: jeweiliger Output ist Input der jeweils anderen Organisationseinheit


(Quelle: Wikipedia, überarbeitet und korrigiert durch adVantagePoint)
, Fernwirkungen, Multikausalität, Regelkreise, zirkuläre Effekte) berücksichtigt wird – auch hinsichtlich langfristiger Konsequenzen und Auswirkungen auf andere Personen und Bereiche.
 
Diese Art des Denkens ist gekoppelt an die KompetenzGesamtkompetenz setzt sich zusammen aus:
 
• Methodenkompetenz
• fachlicher Kompetenz
• Erfahrungskompetenz
• Soft Skills (sozialer Kompetenz)
, Kontaktnetzwerke aufzubauen, zu erhalten und gezielten Nutzen für die Beteiligten und darüber hinaus kooperativ zu entwickeln.